1979/2019

Die Europawahlgrünen von einst und die ökologische Herausforderung heute

Herbsttagung der Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V., am 19. Oktober 2019, in Pforzheim:

Das Jahr 1979 war eines des ökologischen Bewußtseinswandels und des politischen Aufbruchs. Als die Europawahlgrünen seinerzeit mit Petra Kelly und Herbert Gruhl als Spitzenkandidaten antraten, wurde ein Achtungserfolg erzielt, die Partei der Grünen war nicht mehr aufzuhalten. Was ist daraus geworden? Was sind die ökologischen Herausforderungen heute? Ein Blick zurück nach vorn.           1979/2019 weiterlesen

40 Jahre Grüne Baden-Württemberg

Im Gespräch mit Helgo Bran (links).

Zunächst Glückwunsch an Die Grünen in Baden-Württemberg, die sich 40 Jahre nach ihrer Gründung selbst das schönste Geburtstagsgeschenk gemacht haben: 38 Prozent würden laut Umfrage Die Grünen im Ländle wählen, wenn am nächsten Sonntag Landtagswahlen wären. Der Ministerpräsident ist beliebter denn je, Winfried Kretschmann. Es war „fast eine Erweckungsbewegung“, erinnert sich Thomas Rieckmann in der Badischen Zeitung vom 20. September an die Zeit vor 40 Jahren zurück. 40 Jahre Grüne Baden-Württemberg weiterlesen

Gibt es eine konservative Ökologie?

Jost Bauch (links im Bild) im Dezember 2017 in Freiburg mit Blick in Richtung Unibibliothek.

Der am 2. Dezember 2018 plötzlich verstorbene Prof. Dr. Jost Bauch hatte Ende November des Jahres der Herbert-Gruhl-Gesellschaft, in der knapp ein Jahr zuvor Mitglied wurde, einen Text zu verwenden angeboten, der nachstehend gekürzt wiedergegeben wird. Der vollständige Text erscheint zur Jahreswende 2018/2019 in dem Band „Nachdenken für Deutschland – Wie wir die Zukunft unseres Landes sichern können“, herausgegeben von der Desiderius Erasmus Stiftung. Ein Nachruf  findet sich in der Wochenzeitung  „Junge Freiheit“ vom 7. Dezember 2018. (V. Kempf)

Jost Bauch
Gibt es eine konservative
Ökologie?

Zusammenfassung: Konservative Ökologie grenzt sich von genuin grünen oder linken Öko-Diskursen dadurch ab, dass sie die Vorstellungen
von einer nicht-instrumentellen Technik (ohne Naturausbeutung) als nicht realistisches Wunschdenken entlarvt. Sie wendet sich gegen eine alleine voluntaristische und interventionistische Ökopolitik. Stattdessen
setzt sie darauf, durch stabile soziale Institutionen die technische Rationalität so einzuhegen, dass diese nicht zur allein bestimmenden
Ratio der Mensch-Natur-Beziehung wird. Gibt es eine konservative Ökologie? weiterlesen

Anti-AKW-bewegt und konservativ-patriotisch


Der Kaiserstuhl war – Wyhl und Fessenheim vor Augen – ein Zentrum des Anti-AKW-Protestes im Deutschland der 1970er Jahre und hatte dort oft  konservative und patriotische Wurzeln. Eine biografische  Skizze zeichnet das nach.

Als der Grafen Sepp (Josef Reinauer) am 3. August 2017 starb, ging ein Kaiserstühler Original verloren, wie es nur noch wenige gibt. In einem Nachruf wurde er gleich in der Überschrift „leidenschaftlicher Kämpfer gegen die Atomkraft“ genannt und das zu Recht. Agnes Pohrt schrieb auch: „Er verkörperte die Ideale der Grünen, lange bevor die Partei gegründet wurde.“ Das kann man so sagen, man muss dabei aber wissen, dass es bei der Gründung der Grünen gegensätzliche Geistesströmungen und Gruppen gab, von denen die einen grün (ökologisch) ausgerichtet waren, die anderen aber rot (kommunistisch / sozialistisch). Für diese letzteren war der Naturschutz, die Ökologie nur ein Zug, auf den sie aufspringen wollten. Anti-AKW-bewegt und konservativ-patriotisch weiterlesen

Selbstbestimmungsrecht der Deutschen

Anläßlich der Hessenwahl kann nach reiflich Zeitungslektüre und Verlautbarungen von etablierten Politikern nur der Schluß gezogen werden: es dürfen nur fünf „demokratische Parteien“ gewählt werden, womit diese Parteien ihre Konkurrenten zu verdächtigen gedenken, nicht demokratisch zu sein?!

Wieder einmal versuchen in Deutschland „noch“ Herrschende ihre Gegner entgegen dem von ihnen gepriesenen westlichen Vorbild  zu diskriminieren. Als sei es nicht mehr opportun  patriotisch gesonnen zu wählen! Selbstbestimmungsrecht der Deutschen weiterlesen

Auf der Suche nach der Volkspartei

Die Parteienlandschaft ist in Bewegung, die Unionsparteien und die SPD verfügen nicht einmal mehr gemeinsam über eine Mehrheit, darf man Wahlumfragen Glauben schenken. Von Volksparteien zu sprechen fällt da schwer. Auch geht die Suche los, wo die neuen Volksparteien sein sollen. Die FAZ sieht in ihrem Leitartikel von Helene Bubrowski vom 21.8.2018 („Neue alte Grüne“) die Grünen auf dem Weg zur Volkspartei. Die würden „vieles richtig“ machen, zumindest an Umfragen für Bayern gemessen. Hier lagen die Grünen kürzlich bei 16 Prozent. Damit stünden Die Grünen vor der SPD. Was aber auch an der SPD liegt, die seit dem „Schulz-Höhenflug“  deutlich an Höhe verloren hat und nun „an sich selbst verzweifeln“. Auf der Suche nach der Volkspartei weiterlesen

Aktuelle Beiträge mit Links

(Aktualisiert am 25.3.2018). Anläßlich des 25. Todestages von Herbert Gruhl ein Beitrag im Bautzener Boten, der seinen Lebensweg im totalitären Zeitalter nachzeichnet. Die Quellenlage entspricht hier dem Buch „Herbert Gruhl – Pionier der Umweltsoziologie. Im Spannungsfeld von wissenschaftlicher Erkenntnis und politischer Realität„:
( http://www.bautzenerbote.de/ueberleben-ist-alles/ )

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Dann war da noch ein englisches Tagebuch

Kürzlich lag auf einem antiquarischen  Büchertisch von Günter Kunert „Ein englisches Tagebuch“. Es ist 1978 erschienen, seinerzeit für 9 DDR-Mark erhältlich. Auf Seite 105 aufgeschlagen steht da etwas von Herbert Gruhl. Was es damit auf sich hat?

Der DDR-Schriftsteller Kunert gehörte 1976 zu den Erstunterzeichnern der Petition gegen die Ausbürgerung von Wolf Biermann. Daraufhin wurde ihm 1977 die SED-Mitgliedschaft entzogen. 1979 ermöglichte ihm ein mehrjähriges Visum das Verlassen der DDR. Er ließ sich bei Itzehoe nieder. Insofern weist Kunerts Biographie einen Bruch mit dem SED-System auf. Das betreffende Buch fällt in diese Zeit. Dann war da noch ein englisches Tagebuch weiterlesen

Herbert Gruhl, der die Dinge noch direkt ansprach

Das Jahr 2018 ist zugleich das Jahr, in dem am 26. Juni der 25. Todestag von Herbert Gruhl sein wird.
Zu diesem Anlaß bis auf weiteres ein paar einstimmende Zeilen eines Dichters, Christian Engelken, verbunden mit freundlichem Dank für die Genehmigung zur Veröffentlichung:

„Das Verhältnis Mensch-Natur, von dem das Klima ja nur ein Teil ist (hier findet derzeit eine Engführung statt, gewichtigste Themen wie Artensterben, Ressourcenerschöpfung u. a. sind in den Medien kaum präsent) treibt mich weiter um. Ich weiß nicht, was Herbert Gruhl heute sagen würde. Himmelfahrt ins Nichts? Herbert Gruhl, der die Dinge noch direkt ansprach weiterlesen