Umweltvorsorge statt Wachstumswahn – Eine Zeitreise

Herbert Gruhl hatte bei den Bundestagswahlen von 1976 „ein hervorragendes Ergebnis in seinem Wahlkreis Hannover III“ erzielt, die Partei ihm aber den Vorsitz der Arbeitsgruppe für Umweltvorsorge der CDU und die Sprecherfunktion der CDU/CSU-Bundestagsfraktion für Umweltfragen entzogen, wie die Taschenbuchausgabe von „Ein Planet wird geplündert“ 1978 vermerkt. Im Interview mit dem „Münchner Merkur“ vom 16. Juni 1978 erklärte Gruhl sich lange in Geduld mit seiner Partei geübt zu haben. Er bekundete am 11. Juli 1978 im Interview mit Franz Alt via TV öffentlich seinen Austritt aus der CDU:

„Ja. Ich [Gruhl] habe heute an den Vorsitzenden Helmut Kohl einen Brief geschrieben, in dem ich meinen Austritt wie folgt begründe: Die CDU ist unfähig zu begreifen, daß die Ziele, die in den sechziger Jahren noch richtig waren, heute falsch sind. Die Partei erkennt die völlig neue Problemstellung der heutigen Welt. Sie diskutiert nicht einmal darüber, und sie ist weit davon entfernt, zu Erkenntnissen und Schlußfolgerungen zu kommen. Darum haben ihre öffentlichen Äußerungen mit den Realitäten wenig gemein und werden zu einer gefährlichen Irreführung. Meine Versuche, daran innerparteilich etwas zu ändern, sind fehlgeschlagen. Sie haben mir aber die Zustimmung einer breiten Öffentlichkeit im Lande gebracht. Von dort werde ich langsam gefragt, ob ich mich nicht als Aushängeschild für Inhalte mißbrauchen lasse, die in der CDU überhaupt nicht vorhanden sind. Ich kann diese Vorhaltung nicht mehr widerlegen, besonders nicht, seit dem Sie, Herr Kohl, Vorsitzender dieser Partei sind. […]“

(In: „Herbert Gruhl – Unter den Karawanen der Blinden – Schlüsseltexte, Interviews und Reden“, 2005, S. 133 f bzw. 135-138).

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.