Wachsende Energieprobleme

Wasserkraftwerk am Oberrhein (Bild privat)
Wasserkraftwerk am Oberrhein (Bild privat)

Die Energiekosten sind für die Privathaushalte seit dem Jahr 2000 deutlich gestiegen. Der Benzinpreis stieg um 63 Prozent. Das Heizöl wurde im selben Zeitraum sogar doppelt so teuer. Der Gaspreis stieg um über 50 Prozent. Und ein Ende der Preisspirale ist nicht in Sicht. Alternativen werden gesucht, kosten aber ihrerseits Geld.

Durch das Erneuerbare-Energie-Gesetz (EEG) stieg der Preis für Strom für die Haushalte um 3,6 Cent pro Kilowattstunde. Weniger bekannt ist, daß für die ausgeweitete Förderung der Industrie in Form reduzierter Strompreise die privaten Kunden 2013 mit 1,4 Cent pro Kilowattstunde zusätzlich belastet werden. Hinzu kommt durch die Befreiung stromintensiver Betriebe von Netzentgelten im selben Jahr eine Umlage auf die Privatkunden in Höhe von 0,2 Cent pro Kilowattstunde, durch Marktprämien und Liquiditätsreserven bedingt 0,3 Cent pro Kilowattstunde, 0,7 Cent börsenbedingt. Würden die in Kohle- und Atomwirtschaft geflossenen staatlichen Gelder an die Verbraucher weitergegeben, der Strompreis wäre noch einmal zehn Cent teurer. Darüber informiert das Umweltinstitut München. Energiekonzerne und Regierungskreise informieren dagegen meist recht einseitig nur über die Kosten der Wende zu Alternativenergien hin. Damit wird der Eindruck erweckt, der Atomausstieg allein sei es, was steigende Energiekosten verursache. 

Kaum informieren die Stromkonzerne über Möglichkeiten der dezentralen Stromerzeugung mit Bürgerbeteiligung. Daran haben die Energiekonzerne kein Interesse, weil sie auf diesem Weg weniger verdienen und an politischem Einfluß verlieren würden. Der Werbeetat der Energiekonzerne ist vergleichsweise groß, der privater Institute dagegen verschwindend gering. Doch Internetseiten sind günstig und bieten auch Einrichtungen wie dem genannten Umweltinstitut oder der Forschungs- und Beratungseinrichtung Öko-Institut – deren Kuratoriumsmitglied übrigens Herbert Gruhl einmal war – Möglichkeiten, eine andere Sicht der Dinge öffentlich zu machen. Auch die Herbert-Gruhl-Gesellschaft wird davon weiterhin Gebrauch machen.

Energie wird weiterhin teurer werden. Denn die verfügbaren fossilen Vorkommen sind zunehmend schwerer zu erschließen. Alternativenergien können das nur bedingt kompensieren. Gleichzeitig steigt die Energienachfrage allein schon durch die aufstrebenden Milliardenvölker wie China und Indien. Und jedes Jahr bevölkern derzeit so viele Menschen mehr die Erde, wie Deutschland Einwohner hat, also rund 82 Millionen. Wer über Energieprobleme spricht, sollte über die weltweit wachsenden zivilisatorischen Ansprüche pro Kopf und die wachsende Zahl Menschen weltweit nicht schweigen. Hier liegen leider die größten Versäumnisse auch der großen UN-Weltklimakonferenzen vor, weshalb diese allein schon nicht viel bewirken konnten.

(V. Kempf, 14.12.2012)    

 

 

 

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