Viel Glück im Jahr 2011

Viel Glück im Jahr 2011Die Bilanz für 2010 „sieht schrecklich“ aus, so daß die „Krise ins Auge schauen muß und das Auge in die Krise“. Das meint Dr. Dietmar Moews, ein nicht ganz humorloser Vertreter der Piratenpartei, die sich bei der Landtagswahl in NRW vom Mai 2010 mit 1,6 Prozent zumindest an der Spitze der “sonstigen” Parteien behauptete. In der betreffenden Videobotschaft, die symbolträchtig vor, nicht im Reichstag aufgenommen wurde, heißt es weiter: die Klimaschutzkonferenzen 2010 hätten immerhin erbracht, daß miteinander gesprochen und untereinander kein Krieg erklärt wurde. „Mehr war mit Argumenten nicht zu erreichen“, erfährt der geneigte Hörer.

So geht der Krieg gegen die Natur und für die Plünderung des Planeten eben friedlich weiter. Doch Kriege gibt es auch, wie Moews zuvor bemerkte. Er konnte sich nicht erklären, was der Krieg in Afghanistan soll. Es werde nicht einmal von führenden Politikern im Klartext darüber gesprochen, daß es ein heißer Krieg sei und nicht nur irgend ein Auslandseinsatz. An die Mission der Terrorbekämpfung am Hindukusch glaubt der Herr von der Piratenpartei nicht und steht damit in der Welt der Meinungen nicht alleine da. Kriege um Ressourcen werden zunehmen, lautete schon eine der Botschaften aus „Ein Planet wird geplündert“, auf das sich die Videobotschaft bezieht. Man kann hier nur ergänzend hinzufügen, für das neue Jahr sind das keine allzu guten Vorzeichen.

Auch, daß 2011 die Weltbevölkerung die 7-Milliardengrenze überschreiten wird, ist ein bedenklicher Vorgang, mit dem sich die Politik kaum bis gar nicht beschäftigt. Daß die hohen zivilisatorischen Lebensansprüche auf der einen, das Bevölkerungswachstum auf der anderen Seite eine brisante Mischung für die Zukunft darstellen, war indes die Botschaft, die Dr. Herbert Gruhl 1992 unter dem Titel „Himmelfahrt ins Nichts“ von sich gab. Das sollte kein Aufruf zum Nichtstun sein, sondern im Gegenteil dafür, zumindest einen Aufschub zu erwirken. Etwas Glück kann dann immer noch hinzukommen, und sei es nur der Durchbruch einer hilfreichen Erfindung. Noch wichtiger wäre ein Anwachsen menschlicher Vernunft. Doch hier war 2010 gerade kein vielversprechendes Jahr, wenn die Regierungschefin Angela Merkel ein Buch mit Verbannung überzog, das sie erklärtermaßen nicht gelesen hatte und nicht lesen werde. Ja, man lese nur einen der Sachbuch-Beststeller des Jahres 2010, etwa „Das Ende der Geduld“ der Richterin Kirsten Heisig und wird reichlich Denkanstöße finden, die der Auseinandersetzung lohnen. Auf S. 144 heißt es: „Die Menschen achten nicht mehr aufeinander und stehen nicht mehr füreinander ein. Wir versagen als Staat und als Individuen. Das können wir uns nicht mehr leisten.“

Möge 2011 in jeder Hinsicht ein möglichst glückliches Jahr werden, durch den respektvollen Umgang miteinander, aber ebenso hinsichtlich der übergroßen Aufgabe der Zukunftsvorsorge.

Ihr Volker Kempf (Vorsitzender der HGG), 29.12.2010

Die besagte Videobotschaft findet sich unter: (www.youtube.com/watch?v=1WbGISFMZv8)

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