Umweltschutz und Demokratie werden entkernt

Holger Strohm (rechts) bei einem Treffen im Südschwarzwald mit dem HGG-Vorsitzenden Volker Kempf.

Holger Strohm, ein Mann, der 1973 mit „Friedlich in die Katastrophe“ der Anti-AKW-Bewegung eine umfangreiche Argumentationsgrundlage lieferte und bei der Bunten Liste Hamburg in lila Latzhose mitmischte, ist nach wie vor mit Sinn für Katastrophen ausgestattet. Die Asylpolitik der offenen Grenzen machte Strohm schon fassungslos, mussten damit doch auch Kriminelle und Terroristen leichtes Spiel haben. Zum Rundumschlag holt Strohm mit seinem neuesten Buch „Demokratie in Gefahr“ aus, kaum ein Politikfeld, das nicht von politischer Unfähigkeit zeugt oder gar von niederen Beweggründen.

Die Mächtigen agieren mit völkerentrechtenden Staatenbünden abseits der demokratischen Kontrolle, aber schicken sich an immer leichter auf das Eigentum der Bürger zugreifen zu können. In Umweltfragen gibt es von Strohm ebenfalls nur Hohn und Spott. Viel Geschäftemacherei, wenig überzeugendes für die Umwelt, lautet Strohms Tenor, sei es bei der Wärmedämmung, dem Elektroauto oder eben beim Atommüll in der Asse, von „Wissenschaftlern“ wissenschaftlich begleitet, die dabei gut verdienten. Ein Milliardengrab für Steuerzahler, ohne die Probleme nachhaltig gelöst zu haben. Auch mit Plastik lasse sich gutes Geld verdienen, aber 30 Millionen Tonnen davon landeten jährlich im Meer. Die Folgekosten zahlen auch hier alle, nur nicht die Verursacher.

Bei der Klimaerwärmung sieht es ähnlich aus, die Strohm selbst nicht anzweifelt, aber nicht einsieht, warum so einseitig das Kohlendioxyd in den Focus gerät, wo doch dutzende weiterer Stoffe mit verantwortlich sein müssten, z.B. Methan, Lachgas, wasserstoffhaltige FCKW, perfluorierte Kohlenwasserstoffe,  Stickstofftrifluorid, radioaktives Krypton  und  Schwefelhexafluorid. Letzteres trage je Molekül 22.800mal so stark zum Treibhauseffekt bei als Kohlendioxyd, sei in Deutschland zu  1142 Tonnen freigesetzt worden und bleibe hundert Jahre lang aktiv. Mit Kohlendioxyhandel lasse sich ein Milliardengeschäft machen, das erkläre vieles. Wenn es also nach dem Weltklimagipfel in Bonn vom November 2017 in den Medien heißt, nun werde das Weltklima gerettet und damit werde auch noch viel Geld verdient, dann ist da etwas dran. Nur mit der Rettung dürfte es etwas übertrieben sein.

Holger Strohm: Demokratie in Gefahr. Was ist aus Deutschland geworden? Elbingen: Schild Verlag, 2017, 336 Seiten, 16,00 Euro (ISBN 078386994050).

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Es ist immer wieder spannend, sich mit den Wandlungen und Kontinuitäten von Pionieren des Natur- und Umweltschutzes zu befassen. Auf der Herbert-Gruhl-Tagung am 8. Dezember in Freiburg wird der  energiepolitische Sprecher der ersten Landtagsfraktion der Grünen in Baden-Württemberg, Helgo Bran, referieren, Rede und Antwort stehen. Bei Interesse melden: webmaster @ herbert-gruhl.de

Volker Kempf, 20. November 2017

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