Unterwegs zur Zukunftsfähigkeit?

Das Hauptgutachten des Wissenschaftlichen Beirates der Bundesregierung Globale Umweltfragen (WBGU) von 2011

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) hatte 2011 sein enorm wichtiges Hauptgutachten zum notwendigen Wandel der Weltgesellschaft hin zu einer klimaverträglichen Wirtschafts- und Lebensform vorgelegt. Es ist als Beitrag zur Rio+20-Konferenz im Juni 2012 gedacht und trägt den Titel Welt im Wandel. Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation. Das Echo auf diese 420 Seiten starke Behandlung langfristiger Überlebensfragen war in den Medien gleich null.

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Landtagswahl in NRW 2012

Ein Sieg für die politische Klasse

Die Landtagswahlen in Nordrhein-Westfalen vom 13. Mai 2012 standen unter dem Vorzeichen der Schuldenpolitik des Landes. Dies war jedenfalls der Grund des Scheiterns der Minderheitenregierung von Hannelore Kraft (SPD). Am lautesten hatte die FDP dagegen opponiert und kletterte von 6,7 auf 8,6 Prozentpunkte. Die Union blieb dagegen recht farblos und stürzte mit ihrem Spitzenkandidaten Norbert Röttgen von 34,6 auf 26,3 Prozentpunkte ab – Röttgen konnte daraufhin nicht einmal mehr seinen Posten als Bundesumweltminister halten. Die SPD und die Grünen dürfen sich im Wahlergebnis bestätigt sehen. Erstere legte von 34,5 auf 39,1 Prozentpunkte deutlich zu, letztere verlor trotz der Konkurrenz durch die “Piraten” nur leicht um 0,8 Prozentpunkte. Lediglich die Linkspartei traf es hart; sie scheiterte mit 2,5 Prozentpunkten deutlich an der 5-Prozent-Sperrklausel.

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Zeitgeschichtsschreibung der Gründungsgrünen

Die Grünen, das sind Karrieristen, die Sachkenntnis durch Politisierung und Publizitätseffekte ersetzen, gewann Helmut Schelsky Anfang der 1980er Jahre den Eindruck. Die Art und Weise, wie die Altvorderen in der Partei von hereinströmenden antiautoritären Jugendbewegten kaltgestellt wurden, um darauf ihre eigenen Karrieren zu gründen und noch härtere Autoritäten aufzubauen, das erinnerte Schelsky an seine eigene Studentenzeit von 1933. Aber einmal in den Parlamenten, würden diese Grünen rasch selbst zum Establishment und damit für ihre Wählerklientel uninteressant.(1)

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Europa ist mehr als ein großer Markt

Gerd-Klaus Kaltenbrunner: (1939-2011)

In diesen Tagen, die ganz im Zeichen der Krise des Euro und Europas stehen, im Zeichen ratloser Rettungsversuche und scheinbar alternativloser Entscheidungen, hat die Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V. mit ihrem Band Die Europäische Union. Perspektiven mit Zukunft? eine ins Grundsätzliche gehende Diskussion angeregt. Man kann vor diesem Hintergrund sicher an den am 4. April vor einem Jahr in Lörrach verstorbenen Privatgelehrten und Philosophen Gerd-Klaus Kaltenbrunner erinnern und seine Worte zu bedenken geben. Der 1939 geborene Kaltenbrunner hat zwei Europa-Trilogien vorgelegt: Europa. Seine geistigen Quellen in Portraits aus zwei Jahrtausenden und das ebenfalls drei Bände umfassende Werk Vom Geist Europas. Er hatte in seiner Jugend vor allem durch die Begegnung mit dem Begründer der Paneuropa-Bewegung, Richard Nikolaus Graf von Coudenhove-Kalergi, Interesse an kulturellen Fragen gefunden.

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Die Grenzen des Wachstums bleiben eine große Herausforderung

Die Studie The Limits to Growth, zu deutsch Die Grenzen des Wachstums, wurde im März 1972 – vor 40 Jahren – veröffentlicht. Der epochemachende Erfolg dieser von Dennis L. Meadows für den Club of Rome verfaßten Studie fiel mit der Ölkrise vom Oktober 1973 zusammen. Diese Krise führte vor Augen, was es heißt, wenn sich Knappheit auf dem Rohstoff- und Energiemarkt einstellt. Es war dies eine künstliche Ölverknappung, die die Organisation der Erdöl expotierenden Länder (OPEC) herbeiführte. Aber das änderte nichts daran, daß sich Probleme für Wirtschaft und Politik ergaben. Willy Brandt scheiterte an dieser künstlichen Verknappung, weil sie seine kostenintensive Sozialpolitik treffen mußte.

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Joachim Gauck hebt die Debattenkultur

Joachim Gauck hebt die DebattenkulturBundespräsidenten, die im Politikbetrieb geräuschlos mitlaufen, ließen immer wieder die Frage nach dem Sinn des Bundespräsidentenamtes aufkommen. Ein Bundespräsident muss sich schließlich einer abgehobenen und selbstbezogenen politischen Klasse gegenüber souverän zeigen und Stimmungen im Volk aufgreifen. Genau das verspricht Joachim Gauck.

Deshalb war er für Bundeskanzlerin Angela Merkel und die Unionsparteien 2010 die unbequemere Alternative zu Christian Wulff. Für Jürgen Trittin und die Grünen war Gauck 2010 als Präsidentschafts-Kandidat vor allem ein Schachzug, um einen Keil in das schwarz-gelbe Lager hineinzutreiben. Daß Gauck zwischenzeitlich die Souveränität besaß, Thilo Sarrazin beizuspringen, er habe mit seinem Buch „Deutschland schafft sich ab“ die Sprache der politischen Korrektheit aufgebrochen, spricht für sein Rückgrat, der Sache wegen auch einmal anzuecken.

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Bewahren nicht plündern

Jahrestagung der Herbert-Gruhl-Gesellschaft mit Preisverleihung an den ehemaligen Präsidenten des Umweltbundesamtes Andreas Troge

Die nach einem der großen Umweltschutzpioniere benannte Herbert-Gruhl-Gesellschaft tagte am Wochenende vom 9. bis 11. September in Jena zum Thema „Bewahren, nicht plündern! Zwischen Anspruch und Wirklichkeit“. In diesem Rahmen erhielt zunächst der von 1995 bis 2009 amtierende Präsident des Umweltbundesamtes, Andreas Troge, den alle zwei Jahre zu vergebenden Herbert-Gruhl-Preis.

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Grünes Theater

Das Theater Freiburg hatte sich der Geschichte der Grünen angenommen. Die Inszenierung hieß: „Die Grünen. Eine Erfolgsgeschichte“. Die Kritik eilte dem Theaterstück voraus. Denn nach der Theateraufführung sollte in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung auch noch jeweils eine Diskussion mit einem Grünenpolitiker stattfinden. Die Interpretationshoheit auch noch den Grünen in die Hände legen, ging der CDU Freiburg etwas weit und kritisierte dies. Die letzte Vorführung des Stückes war am 13. Juli 2011 – diesmal mit einer über Petra Kelly arbeitenden Wissenschaftlerin im Mittelpunkt der anschließenden Diskussionsrunde.

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