Öko-Balance zwischen Kunst und Wissenschaft

Zu: Markus Zimmermann-Scheifele: Öko-Balance. Ein Gedichtband gewürzt mit Humor und Cartoons. Bad Schussenried: Gerhard Hess Verlag, 2009, 90 Seiten, 9,90 Euro (ISBN 978-3-87336-917-7)

Wenn es um die wechselseitigen Einflüsse von Bevölkerungsdichte und zivilisatorischen Ansprüchen und technischen Standards auf die ökologischen Systeme geht, wird oft eine Komponente allein nur betrachtet. Vor allem die Bevölkerungsentwicklung bleibt dabei zur Erfassung ökologischer Fragestellungen meist auf der Strecke. Das gilt selbst für Umweltpolitiker. Also hat Markus Zimmermann-Scheifele ein Buch für Schüler, Philosophen, sozial Engagierte, kritische Menschen, Ökonomen, Wissenschaftler, aber auch Humoristen geschrieben, wie es auf dem Einband seines Gedichtbandes “Öko-Balance” geschrieben steht. Das liest sich dann beispielsweise wie folgt:

Optimum

 

Überall wird optimiert,

Nur das Volk wächst ungeniert

Weit übers Optimum hinaus.

Was drum geschieht, geht nicht gut aus.

 

Es leuchtet jedem Menschen ein,

Dass ewges Wachstum nicht kann sein.

Man soll sich endlich fragen drum:

‚Wo liegt denn hier das Optimum?’

Zimmermann-Scheifele gelingt in vielen kleinen Portionen, mit Humor gewüzt, ein Thema aufzulockern und so einer breiten Leserschaft leicht zugänglich zu machen. Cartoons von Dominic Burkhalter werden dem Phänomen gerecht, daß wir in Zeiten des Visuellen mehr leben als in solchen der geschriebenen Kunst. In der Einführung und in einigen Anmerkungen werden diverse Sachverhalte kurz und knapp erläutert. Das versteht dann jedes Kind. Daß an einer Stelle (S. 28) die Künstlerfreiheit zur Gleichsetzung von Kultur und Zivilisation führt, könnte der eine oder andere Leser mißverstehen.* Das bleibt aber die Ausnahme. Ein Vorwort von Prof. F. J. Rademacher vom Vorstand des Forschungsinstituts für anwendungsorientierte Wissensverarbeitung unterstreicht den didaktischen Wert des Ganzen. Ein sinnvolles Geschenk für viele, beispielsweise auch für die Umweltpolitikerin Bärbel Höhn, die dann bei ihrer “planetarischen Wende” vielleicht nie wieder die Bevölkerungsentwicklung einfach ausklammert, sondern mit einem Schmunzeln einfließen läßt. Wenn das gelingt, hätte Zimmermann-Scheifele mit seiner “Öko-Balance” sehr viel erreicht. (V. Kempf, 30.01.2010)

*Nachtrag 18.12.2010: Dies wurde in der seit Dez. 2010 vorliegenden 2. Auflage korrigiert.

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