Mitteilungen 2002

Neuerscheinung am 14. Februar 2005:

Naturkonservativ heute. Jahrbuch 2005 der Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V., hrsg. von Andreas Gruhl und Volker Kempf, Essen: Verl. Die Blaue Eule, 150 Seiten, 19 Euro

Das Jahrbuch widmet sich im Andenken an Herbert Gruhl der Bewahrung der Natur, der Konservatismusforschung sowie einem Schwerpunktthema.

„Unser Parteiensystem – das miteinander konkurrierende Parteien mit innerdemokratischen Grundstrukturen und wirksame Kontrollmechanismen zur Verhinderung von Machtmißbrauch voraussetzt – ist gefährdet. Die größten Gegner unseres in den Zeiten des Wiederaufbaus nach dem Krieg bewährten Parteiensystems sind freilich die … verkrusteten Parteien selbst, soweit sie die ihnen verfassungsmäßig zugeschriebenen Aufgaben nicht erfüllen – oder Funktionen an sich gezogen haben, die ihnen nicht zustehen.“

(Dr. Ute Scheuch)

Beiträge u.a.: Herbert Gruhl, Der Mensch als Zerstörer seiner Welt; Erwin K. Scheuch, Eine neue Weltordnung? Ute Scheuch: Das politische System bedarf der Erneuerung von unten; Edgar Guhde: Halbzeitbilanz rot-grüner Tierschutzpolitik; Hans Christoph Binswanger: Dankesrede zum „Adam-Smith-Preis für marktwirtschaftliche Umweltpolitik“

Die Herausgeber: Andreas Gruhl, geb. 1954, Systemanalytiker, Schatzmeister der Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V. Volker Kempf, geb. 1968, Soziologe, Vorsitzender der Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V.

Leseprobe / Rezension

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… … Expl. Naturkonservativ heute / Band 5

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Verlag DIE BLAUE EULE
Annastraße 74 D 45130 Essen Tel. 0201/ 877 69 63 Fax 877 69 64

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Pressemitteilung der Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V. vom 21.06.02

Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V. sieht geringe Geburtenrate als ökologische Chance an und mahnt zur Zurückhaltung bei der Zuwanderung.

Demographische Entlastung sozial gestalten

In Deutschland liegt die Gesamtfruchtbarkeit bei durchschnittlich 1,2 Lebendgeburten pro Frau. Das bestandserhaltende Niveau liegt bei 2,13 Kinder je Frau. Damit kamen hierzulande im Jahr 2000 72.000 Menschen weniger zur Welt als verstarben. Um so mehr wird von einer „demographischen Katastrophe“ gesprochen, allein schon des Rentensystems wegen. Ökologisch gesehen handelt es sich aber um eine demographische Entlastung, die sozial verträglich gestaltet werden muß. Die beachtlichen Konsumansprüche pro Kopf und die hohe Zahl der Menschen bedeuten schließlich eine hohe Ressourcenverknappung und damit ein erhöhtes weltweites Risiko kriegerischer oder terroristischer Konflikte. In Deutschland selbst konterkariert eine hohe Bevölkerungsdichte alle ökologischen Maßnahmen.

Das in Politik und Medien angepriesene Ziel, in Deutschland wenigstens das Bevölkerungsniveau zu halten, muß vor diesem Hintergrund als nicht verantwortbar betrachtet werden. Vor allem ist die Bevölkerung Ende 2000 nicht geschrumpft, sondern um 96.000 Personen gegenüber dem Vorjahr angewachsen, weil 167.000 Menschen mehr zu- als fortzogen:

Zuzüge nach Deutschland im Jahr 2000: 840.800 (davon Ausländer: 648.800)

Fortzüge aus Deutschland im Jahr 2000: 673.300 (davon Ausländer: 562.400)

Richtig ist, daß Kinderreichtum bei der Rente nicht angerechnet wird, während kinderlose Arbeitnehmer von den Renteneinzahlungen profitieren. Dies ist ungerecht. Daran etwas zu ändern, erfordert die soziale Gerechtigkeit, hebt dann aber die Geburtenrate an. Der Bielefelder Bevölkerungswissenschaftler Herwig Birg stellt laut Rheinische Post vom 15.05.02 in Aussicht, mittels politischer Maßnahmen könne die Geburtenrate in Deutschland auf 1,6 Kinder pro Frau erhöht werden. Durch einen Zuwanderungsüberschuß von 200.000 Personen jährlich würde sich die Bevölkerungszahl langfristig stabil halten. Statt in der Zuwanderung der Weisheit letzter Schluß zu sehen, kommt es aber darauf an, beispielsweise das Bildungsniveau zu erhöhen und auch auf Elitebildung zu setzen. Wie im rot-grünen Zuwanderungsbegrenzungsgesetz vorgesehen, auf eine Kombination von Einwanderung und Deutschkursen zu setzen, kann nur an Symptomen ansetzen. Eine Daueraufenthaltsgenehmigung für hochqualifizierte Ausländer einzuführen ist fragwüdig.

Die Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V empfiehlt, die Zuzüge nicht höher ausfallen zu lassen als die Fortzüge. Ökologische Aspekte der Bevölkerungspolitik müssen endlich bedacht werden. Wer die Rechnung ohne die Ökologie macht, macht die Rechnung ohne den Wirt. So erreichen in der laufenden Legislaturperiode die Investitionen im Straßenbau Rekordniveau, obwohl die rot-grüne Bundesregierung offiziell das Ziel der „nachhaltigen Entwicklung“ verfolgt.

Zur Vertiefung siehe auch den Themenschwerpunkt Öökologie & Bevlkerung

Weitere Auskünfte erteilt: Volker Kempf (E-Mail: volkerkempf@aol.com

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13.06.02

Mitteilung der HGG zu den verdienten Umweltschützern Baldur Springmann und José Lutzenberger

Am 1. Juni feierte Baldur Springmann auf seinem Öko-Hof Springe in Holstein seinen 90. Geburtstag. Springmann galt in der Gründerzeit der Partei “Die Grünen” als der personifizierte Inbegriff eines Lebens im Einklang mit der Natur. Diesen Einklang sah Springmann bei den “Grünen” aber bald nicht mehr gegeben und brachte 1981 die Gründung der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) voran; dort war er 1982-1984 Stellvertreter von Herbert Gruhl im Bundesvorstand. 1996 verfaßte Springmann seine Lebenserinnerungen “Bauer mit Leib und Seel”, in der er seine Liebe zur Natur und seine Abneigung gegen “haßerfüllte Intoleranz” darlegt. Die Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V. gratuliert von Herzen.

José Lutzenberger starb am 15. Mai 2002 im Alter von 75 Jahren an einer schweren Herz- und Lungenerkrankung. Lutzenberger war Agrarökonom, kehrte seinem Arbeitgeber BASF den Rücken und zog in den 1980er Jahren als deutschstämmiger Brasilianer gegen Agrotoxine, wie er “Pflanzenschutzmittel” nannte, zu Felde. Er wurde in dem südamerikanischen Staat Umweltminister. International hat Lutzenberger der Bewahrung der Natur eine unüberhörbare Stimme verliehen. Er hatte die komplexen ökologischen Zusammenhänge von Wirtschaft, Konsumverhalten, Ressourcen- und Landverbrauch sowie Überbevölkerung erkannt. Er hinterläßt eine schmerzliche Lücke. Die Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V. gedenkt in Ehrfurcht und Anerkennung dieses großen, mit Herbert Gruhl geistig eng verwandten Ökologen und Umweltpolitikers.

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Düsseldorf, den 24.01.2002

Mitteilung der Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V.

Neuerscheinung: Naturkonservativ heute. Jahrbuch der Herbert-Gruhl-Gesellschaft e.V., Bd. 2 (2002), Essen, Verl. Die Blaue Eule, 174 Seiten, 24 Euro.

Widmung

Das Jahrbuch widmet sich im Andenken an den Umweltpolitiker und Philosophen Herbert Gruhl (1921-1993) der Bewahrung der Natur als einem konservativen Anliegen

Dokumentation: Herbert-Gruhl-Preis 2001

„Ich glaube fast es gilt das, was Herbert Gruhl offenbar in seinem letzten Buch Himmelfahrt ins Nichts geschrieben hat … Das hieße, die Menschheit geht mit wehenden Fahnen ihrem Edne entgegen. Und das wird auch bestätigt“ (Prof. Friedhelm Farthmann, Dankesrede zur Verleihung der Herbert-Gruhl-Preises 2001)

Themenschwerpunkt: Tiere in menschlicher Gesellschaft

Die BSE-Krise, die 2000/2001 Europa erschütterte, muß gerade Christen Anlaß zur Besinnung über das Verhältnis von Mensch und Tier sein. Der evangelische Pfarrer Sebastian Heimann stellt sich diesem Problem in einer Predigt und sieht Tieren in die Augen. Der bekannte Fernsehjournalist und katholische Theologe Franz Alt bleibt vor dem Hintergrund von BSE ebenfalls mit dem Christentum auf Tuchfühlung und greift den Anthropozentrismus an, der menschenveressen und tiervergessen sei. Der Schriftsteller und Religionswissenschaftler Gerhard Staguhn philosophiert sprachgewaltig mit dem Hammer, wenn er das Christentum insbesondere katholischer Prägung nicht als Lösungsmöglichkeit eines gestörten Verhältnisses zwischen Mensch und Tier, sondern als Grundübel ansieht; Tierliebe spuke in unserer Kultur nur als Phantom herum, was sich keineswegs auf die sogenannten Nutztiere beschränke. Also nicht nur zur Deckung körperlicher Bedürfnisse werden Tiere heutzutage genutzt, sondern auch als psychosoziale Ressource, schließt sich Jahrbuch-Mitherausgeber Volker Kempf an. Eine augenfällige ethische Problematik bleibt aber das Schlachten, wozu die Philosophin Claudia Leven praktische Erwägungen anstellt. Als Folgerung ergibt sich für Edgar Guhde, Vorsitzender von PAKT e.V., eine Rechtsstaatliche Offenive Tierschutz. Denn Tiere werden zwar vielfältig genutzt, müssen aber im Rechtsstaat leider noch immer draußen bleiben.

Weitere Themen

Herbert Gruhl: Atomkraft und Kriegsfall (Aus dem Nachlaß). / Prof. Josef Schmid: Am Ende eines ideologischen Zeitalters. / Heinz-Siegfried Strelow: Herbert Gruhl – Sein Leben.