Ein Veto für die Umwelt?

Der VorsitBUNDmagazinzende des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Hubert Weiger, erinnert im aktuellen BUNDmagazin (3/2016) an 30 Jahre Bundesumweltministerium. Stimmt, es dauerte bis zur Reaktorkatastrophe von Tschernobyl 1986, bis ein solches Ministerium eingerichtet wurde, welches der BUND bereits 1975 – damals noch unter dem Vorsitz des CDU-Bundestagsabgeordneten Herbert Gruhl – einforderte. Bilanz zu ziehen heißt anzuerkennen, dass der technische Umweltschutz von diesem Ministerium profitiert: Industriefilter, Autokatalysatoren, Kläranlagen u.a.m. wurden zur Pflicht.

Der Umweltschutz war damit nicht länger  Anhängsel der naturnutzenden Landwirtschaft, sondern ein eigenes Ressort mit eigenen Ansprüchen und Forderungen. Ein wichtiges Anliegen wurde seit den 1990er Jahren der Klimaschutz.

Die Weltklimagipfel produzierten viel Papier. So viel ist unstrittig. Herbert Gruhl zweifelte schon 1992 anläßlich des UN-Gipfels für Umwelt und Entwicklung daran, dass angesichts von Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum (vor allem der Schwellenländer), die Plünderung des Planeten gebremst und treibhausrelevante Gase reduziert werden können. Er erntete dafür viel Kritik, ein pessimistischer Spielverderber zu sein.

Das Thema Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum ist für den Erhalt von Natur und Umwelt zwar zentral; der BUND macht um diese Dinge aber einen großen Bogen. Dabei  wächst die Bevölkerung sogar in Deutschland, was alle Nachhaltigkeitsstrategien hierzulande unterläuft. Das derzeitige Bevölkerungswachstum in Deutschland geht vor allem zurück auf eine unkontrollierte Masseneinwanderung deutlich im Millionenbereich. Ehe an diesem Punkt weitergedacht wird, heisst es regelmäßig: Man dürfe humanitäre Ansprüche und Umweltschutz nicht gegeneinander ausspielen. Aber die derzeitige Massenzuwanderung ist nicht einmal verfassungskonform, schadet aber Natur & Umwelt sowie der Energieeinsparung. Was soll das Ganze also? Wenn Weiger ein „Veto für die Umwelt!“ fordert, so müßte er genau hier ansetzen, wo Unrecht und Umweltschädigung ineinander gehen, will er nicht als zahnloser Umwelttiger in die Geschichte des Verbandes eingehen.

(V. Kempf, Vorsitzender der HGG, am 13. August 2016)

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