Deutschlands Bevölkerung seit der Wende

Das Innenstadtzentrum von Zittau
Das Innenstadtzentrum von Zittau

Während Deutschlands Bevölkerung seit 1990 bis 2014 insgesamt nur leicht von 79,4 Millionen auf 80,6 Millionen Einwohner – nicht zuletzt durch Einwanderung – zunahm, verlief die Entwicklung in den neuen Bundesländern und in Westdeutschland recht unterschiedlich. Baden-Württemberg legte am meisten zu, von 1990 bis 2014 um  11,2 % auf 10,72 Millionen Einwohner. Die neuen Bundesländer verloren dagegen im Schnitt 8,9 Prozent. Sachsen verzeichnet einen Rückgang von 4,78 Millionen auf 4,06 Millionen Einwohner.
Qulitativ standen die neuen Bundesländer 1990 mit einer herabgewirtschafteten Bausubstanz da, was weithin kompensiert ist. Die Innenstädte sind vielfach bestens saniert zwischen Dresden und  Schwerin. Auch auf dem Land zeigen

Lausitzer Gebirgslandschaft
Lausitzer Gebirgslandschaft

Förderprogramme ihre Wirkung. Auffallend viele Gebäude wurden saniert, darunter auch der einstige Bauernhof, auf dem Herbert Gruhl in der Nähe von Bautzen aufwuchs. Gleichwohl ist der Zustand vieler Gebäude aus der Zeit vor etwa 100 Jahren noch immer so marode, dass an ihrer Sanierungsfähigkeit gezweifelt werden kann. Die relativ geringe Nachfrage nach Wohnraum treibt in den neuen Bundeländern zudem die ImmobolienPreise nicht nach oben. Das gut für die Mieter, macht Sanierungen aber auch weniger attraktiv.

(Autor: Volker Kempf)


Die Bevölkerungsentwicklung macht Naturschutzgebiete zum Schutz von Flora und Fauna wichtiger denn je. Die Landschaft droht gleichwohl zunehmend zu zersiedeln, Windkraftanlagen beeinträchtigen Landschaftsbilder. Betrachtet man im Vergleich die sächsische Oberlausitz, so gibt es auch hier Windkraftnutzung, doch im Dreiländereck zu Polen und Tschechnien hin entfaltet sich eine Hügellandschaft mit Bergen bis knapp 800 Meter und viel Wald. Weit und breit ist der Blick meist frei von Windkraftanlagen, die Besiedlung relativ dünn.
Die neuen Bundesländer haben durch die Wiedervereinigung Deutschlands gut sichtbar profitiert, die Natur ist dort mit Blick auf die Oberlausitz etwa eine Augenweite. Vielfach aber ist die Landschaft in anderen Regionen von Windkraftanlagen gezeichnet als hänge hiervon die Energieversorgung des Landes ab, und als seien mit ihr keine Natur- und Landschaftsschutzprobleme verbunden. Im Südwesten Deutschlands stockt der Windkraftausbau noch etwas, was sich aber ändern soll. Die  Zersiedelung ist weiter auf dem Vormarsch, was nicht zuletzt auf die gestiegene Einwohnerzahl zurückzuführen ist.
Deutschlands Landschaft hat auch im Jahr 2016 viel zu bieten, seine Städte sind meist in einem guten Zustand. Doch eine schleichende negative Veränderung des Zustandes von Natur und Landschaft bleibt bestehen. Die neuen Bundesländer sind hier im Vorteil, je nach Region aber sehr unterschiedlich von weiträumigen Windkraftparks betroffen.

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