Bevormundung der Bürger

Gesetzesvorstoß der Grünen zur Einschränkung der Therapiefreiheit

Von Grünen-Mitgründer Jean Fuchs

Ein neuer Gesetzesantrag der Grünen – vorgetragen von Volker Beck – lautet, dass Therapieangebote für Homosexuelle zur Erlangung eines heterosexuellen Verhaltens – zumindest für Jugendliche – verboten werden müsste.

Seit den rot gefärbten Anfängen der Grünen wissen wir, dass Homosexualität eine neben der Heterosexualität gleichberechtigte Form der Sexualität ist und somit keine Krankheit und damit auch nicht behandelbar ist. Ebenso lässt sich sexuelles Verhalten nicht therapieren, d.h. verändern.*

Das sei alles wissenschaftlich. Der Staat habe sich schützend vor die Jugendlichen zu stellen, um diese vor nachgewiesenen Therapieschäden zu bewahren.

Meines Wissens endet der Jugendschutz des Staates mit der Volljährigkeit. Wollen die Grünen jetzt etwa die Altersgrenze der Volljährigkeit erhöhen? Davon brauchen wir nicht auszugehen. Die Grünen wollen, dass der Staat erwachsene Menschen durch Verbote bevormundet.

Richteten sich einst die Belange der Grünen gegen bestimmte „überkommene“ Normen, die außer Kraft gesetzt werden sollten, so treten nunmehr neue von den Grünen geschaffene Normen ein, die nicht nur allgemein akzeptiert, sondern auch strafrechtlich durchgesetzt werden sollen. Der Staat soll die Therapiefreiheit erwachsener Menschen einschränken.

Einst schrieben sich die Grünen den Satz von Rosa Luxemburg „Die Freiheit ist immer die Freiheit des Andersdenkenden“ auf die Fahne. Heute weiss ich, was damit gemeint ist. Für die Grünen bedeutet ihre Sicht der Dinge ein absoluter Maßstab nach dem sich alle zu richten haben. Die Freiheit des Andersdenkenden war ihre Freiheit, die Freiheit derer, die „anders dachten“. Seitdem nun die Andersdenkenden der Grünen glauben die Deutungshoheit gewonnen zu haben, dürfen diejenigen, die heute anders denken als die Grünen nicht mehr anders denken als die Grünen, denn die haben ja jetzt ihren Job bereits gemacht!

Dies ist ein Vorgehen, das ich nur von totalitären Staaten kenne. Ein heuchlerischer Liberalismus. Die Grünen mutierten von einer Protestpartei zu einer staatstragenden Koalitionspartei. Doch die Geschichte der Grünen hat damit nicht geendet, sie ist jetzt auf dem besten Wege einen totalitären Staat aufzubauen, in dem normale Bürgerrechte, wie z. B. die Therapiefreiheit und das Recht Dinge anders zu sehen als die Grünen, ausgehöhlt werden. An dieser Stelle soll dann ein starker Staat, ein Leviathan, stehen, der seine Bürger durch Verbote bevormundet und die freie Meinungsäußerung aushebelt.**

(Jean Fuchs ist Autor des Buches “Der grüne Verrat. Niedergang einer Vision”).

* Hintergrundinfo V.K.: Es gibt eine Entscheidung der Amercian Psychiatric Association (APA), Homosexualität von der Liste der psychischen Störungen zu streichen, die 1973 erfolgte und nicht das Resultat einer wissenschaftlichen Diskussion war, sondern nach Zeitzeugenaussagen aus Nachgiebigkeit gegenüber politischem Druck einer kleinen, lautstarken Minderheit erfolgte. Dies würgte den ergebnisoffenen wissenschaftlichen Diskurs zum Thema weitgehend ab, was bis heute vielfältig nachwirkt (siehe hierzu Gabriele Kuby: Die globale sexuelle Revolution. Zerstörung der Freiheit im Namen der Freiheit. Mit einem Geleitwort von Robert Spaemann. Kißlegg 2012, S. 218 f).

** Hinweis V.K.: In diesem Zusammenhang sei zur Illustration auf den heute bestehenden politischen Druck verwiesen, bestimmte Meinungen nicht zu äußern, wenn es einem nicht wie der mutigen Jugendlichenpsyhotherapeutin und einstigen GAZ-Programmatikerin Christa Meves ergehen will (siehe Bericht in Mittelbayerische Zeitung vom 21. März 2013)

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.