40 Jahre Grüne Baden-Württemberg

Im Gespräch mit Helgo Bran (links).

Zunächst Glückwunsch an Die Grünen in Baden-Württemberg, die sich 40 Jahre nach ihrer Gründung selbst das schönste Geburtstagsgeschenk gemacht haben: 38 Prozent würden laut Umfrage Die Grünen im Ländle wählen, wenn am nächsten Sonntag Landtagswahlen wären. Der Ministerpräsident ist beliebter denn je, Winfried Kretschmann. Es war „fast eine Erweckungsbewegung“, erinnert sich Thomas Rieckmann in der Badischen Zeitung vom 20. September an die Zeit vor 40 Jahren zurück.

Kretschmann gehörte noch den K-Gruppen an, die erst nach der Gründung stark wurden. Dann habe Rieckmann überlegt, wie Herbert Gruhl die Partei zu verlassen. Er blieb. Heute ist Rieckmann beim BUND aktiv, nah am Naturschutz dran. Die Mandatsträger der Grünen seien nicht wirklich mehr „grün“, sie fingen selten einmal bei sich selber an ökologisch Vorbild zu sein. Einer der ersten Abgeordneten der Grünen im Landtag wurde der Freiburger Helgo Bran, er hat sich von seiner Partei noch mehr entfremdet, übt immer wieder massive inhaltliche Kritik an der Förderung der Windindustrie. Andere, die bei den Grünen waren, sind wieder in die Opposition gegangen, demonstrieren wie der einstige Grünen-Kreisrat Gero Greb für „Demokratie statt Merkulatur“. Die Koketterie mit der Merkel-CDU befremdet viele, umgekehrt liegt vielen in der CDU die Koalition mit den Grünen schwer im Magen, aber man arrangiert sich. Wer Kritik an den herrschenden Verhältnissen üben will, kann nicht mehr bei den Grünen sein, eher wie der Gründungsgrüne Bernd Grimmer (AfD) im Landtag auf  der Oppositionsbank sitzen.

Auch das gehört zur Geschichte einer Partei dazu, dass die Wege auseinander gehen. Die Gründerideale sind aber der Maßstab, ohne sie gäbe es die Partei nicht. Eine der wichtigsten Ansprüche der Partei war neben dem Kernthema Atomkraft und Umweltschutz die „Basisdemokratie“. Amt und Mandat in einer Person, das wurde bei den Grünen einst bekämpft. Damals war vielen klar, auf die Parteistrukturen kommt es an, heute wird das Problem sich selbst die Diäten und Personalgelder in die Höhe zu treiben weggewischt. Auch das gehört zur Realität, wie sich eine Partei anpaßt an die Apparate, nur verschwunden ist sie wie einige hofften deshalb nicht.

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BZ-Interview mit Thomas Heckmann, unter: https://www.badische-zeitung.de/nachrichten/suedwest/die-rettung-der-natur-war-fuer-mich-eine-politische-aufgabe

 

(V. Kempf)

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