Tagung anläßlich des 20. Todesjahres von Herbert Gruhl

Tagung anläßlich des 20. Todesjahres von Herbert Gruhl 1
Herbert Gruhl (Bild 1 privat)

Bad Reichenhall. – Die Herbsttagung 2013 der Herbert-Gruhl-Gesellschaft fand vom 3. bis 5. Oktober anläßlich des 20. Todesjahres von Herbert Gruhl in dessen letzter Wahlheimat statt, dem Berchtesgadener Land.

Einführend ging der Vorsitzende der Gesellschaft, Volker Kempf, mit Blick auf die aktuelle Tagespresse der Frage nach, wie sehr der einstige Umweltpolitiker und Autor von “Ein Planet wird geplündert” im öffentlichen Gedächtnis präsent sei. Der bereits im Juni vor 20 Jahren verstorbene Herbert Gruhl werde meist als Schwarzgrüner der ersten Stunde erinnert, manchmal sehr schematisch nur eingeordnet, nicht immer sehr zutreffend. Bemerkenswert souverän sei am 1. Oktober die Zeitung Bild anläßlich der „Kindersex-Debatte“ gewesen, insofern sie die Grünen als „schillernden Haufen“ in Erinnerung rief, in dem es ein qualifizierter Politiker und Buchautor wie Herbert Gruhl „nicht lange“ habe aushalten können. Herbert Gruhl ging mit der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) 1981/82 auf Distanz zur Partei Die Grünen.

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Das neue Bundeswahlgesetz zur Bundestagswahl am 22. September 2013

Ein Gastbeitrag von Georg K. Schmelzle Dipl. Sozialwirt, OStR i.R.

Das neue Bundeswahlgesetz folgt dem Niedersächsischen, es gibt keine Überhangmandate mehr. Das heißt, nur die Zweitstimme bestimmt über die Stärke einer Partei im Bundestag.

Jede Partei bekommt nach den Prozenten der Zweitstimmen ihre Mandate. Sollte eine Partei in einem Bundesland mehr Direktmandate, als ihr nach den Zweitstimmen zustehen, gewinnen, dann werden diese im Verhältnis auf die anderen Parteien über 5% Zweitstimmen mit verteilt. Die CDU gewann aber 2009 insgesamt 22 Überhangmandate!

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Den Worten der Toten Gehör schenken

Zum 20. Todestag von Herbert Gruhl

„Glücklich werden die sein, die den Worten der Toten Gehör schenken, gute Werke lesen und beachten“, so lautet eine Tagebuchaufzeichnung von Leonardo da Vinci, welche Herbert Gruhl 1984 heranzog und zu einem Buchtitel erhöhte – für seine Anthologie „Zeugnisse ökologischer Weltsicht aus vier Jahrtausenden“. Seit dem 26. Juni 1993 gehört Herbert Gruhl selbst zu den Toten, und so fragt sich, ob seinen Worten Gehör geschenkt wird, seine Werke zu den qualitativ hochwertigen zählen und beachtet werden.

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Stabile Umfragewerte für die Grünen geben Rätsel auf

Geht es um Fragen der Grünen und ihrer Wählergunst, gilt Meinungsforscher Manfred Güllner als bevorzugter Ansprechpartner in den Medien. In seinem Buch „Die Grünen: Höhenflug oder Absturz?“ hatte Güllner letztes Jahr nicht mit Kritik an der sich grün nennenden Partei gespart; ob sie immer gerechtfertig war, wurde vielfach bezweifelt. Nun hat Manfred Güllner gegenüber Spiegel-Online vom 15. Mai wieder viel Lob für die Grünen übrig: Mit der geforderten Steuererhöhung und ihrer angestrebten Umverteilungspolitik würden die Grünen auf Kosten der SPD Zugewinne erreichen. Die Grünen also “machen im Augenblick strategisch alles richtig“, so Güllner. Ob Steuerpolitik “alles” ist, wäre allerdings ebenso zu hinterfragen wie die grüne Steuerpolitik selbst.

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Demografiegipfel müßte viele Fragen in den Horizont rücken

Demografiegipfel müßte viele Fragen in den Horizont rücken1.081.000 Menschen zogen nach Angaben des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden 2012 nach Deutschland. Das entspricht der Einwohnerzahl von Köln. Zieht man die Wegzüge ab, bleibt ein Zuwanderungsüberschuß in Höhe von 369.000 Menschen. Dies entspricht der Einwohnerzahl von Bochum. Ungeachtet der neuesten Zuwanderungszahlen meint der stellvertretende CDU-Vorsitzende und NRW-Landesparteichef Armin Laschet nach Süddeutsche Zeitung (SZ) vom 13. Mai 2013: „Wir brauchen mehr Zuwanderung von qualifizierten Arbeitskräften“ insbesondere aus Ländern jenseits der EU-Grenzen. Die Äußerung fiel mit Blick auf den für 14. Mai angesetzten Demografiegipfel der Bundesregierung.

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Der etwas andere Gründungsparteitag

Bild: James Rea Fotos (mit frdl. Genehmigung)
Bild: James Rea Fotos (mit frdl. Genehmigung)

1490 stimmberechtigte Mitglieder der Alternative für Deutschland (AfD) waren in Berlin am 14. April 2013 anwesend. Satzung, Wahlprogramm, Vorstandschaft, Schiedsgericht, alles an einem Tag gewählt und verabschiedet. Ökonomischer Sachverstand ist hier geballt vorhanden. Der wissenschaftliche Beirat der AfD  bestand bis dahin sogar ausschließlich aus Ökonomen.

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Eine Anleitung, die Ökologiefrage selbst zu durchdenken

Eine Anleitung, die Ökologiefrage selbst zu durchdenkenZu: Hararld Welzer, Selbst denken: Eine Anleitung zum Widerstand. Frankfurt a.M.: S. Fischer, 329 Seiten, 19,99 Euro.

Von einer Veranstaltung zum 40. Jahrestag der “Grenzen des Wachstums” in München im Herbst 2012 berichtete ein Vorstandsmitglied aus Bayern und findet seine Einschätzung in einem SZ-Interview mit Harald Welzer vom 2./3. März gut getroffen. Dennis Meadows hatte vor Klimaforschern erklärt, der Abzweig zur Nachhaltigkeit sei verpaßt worden, es könne nur noch um andere Szenarien gehen. Die Klimaforscher seien darauf nicht eingegangen, trugen ihre mitgebrachten Power-Point-Präsentationen vor und flogen wieder mit dem Flugzeug davon. Ein solcher Wissenschaftsdiskurs hat autistische Züge, keine Frage. Copyright: S. Fischer

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Den Totalitarismus erst offen vertreten, dann verbrämt

Den Totalitarismus erst offen vertreten, dann verbrämt 2Zum Medienlob auf den Maoisten-Führer und taz-Redakteur Christian Semler / Anmerkungen eines ehemaligen Mitkämpfers

Am 13. Februar 2013 verstarb der ehemalige Vorsitzende der maoistischen KPD und spätere taz-Redakteur Christian Semler im Alter von 74 Jahren. Semler war 1967/68 „eine Schlüsselfigur der Revolte“, führte 1970 bis 1980 die maoistische KPD an und wirkte später in den Redaktionsstuben der taz weiter. Die WELT beeilte sich, ihn einen „sehr angenehmen, anständigen Kollegen“ zu nennen, der SPIEGEL einen „weisen Mann, den klügsten Kopf der taz“, die Süddeutsche Zeitung „einen der liebenswürdigsten Kollegen und dabei gebildet wie keiner von uns“. Frankfurter Rundschau, FAZ und verschiedene Radiostationen schlossen sich dem Lob auf den ehemaligen KP-Chef an. Ein ehemaliger, aber längst nachdenklich gewordener Mitkämpfer in Semlers KPD kann sich da nur verwundert die Augen reiben.

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Ein Film mit Klartext

Alternativlos in die Katastrophe 2 _Aus gegebenem Anlaß

Wer nach 40 Jahren Anti-AKW-Bewegung und nach Angela Merkels Wende in der Atomfrage schläfrig geworden ist, der wird durch den von Holger Strohm produzierten Film „Friedlich in die Katastrophe“ wieder hell wach. Es ist ein Gesamtkunstwerk, das durch eine Fülle erdrückenden, aber großartigen Filmmaterials besticht. Die Auswahl der Experten, die im Film zu Wort kommen, obliegt der Künstlerfreiheit und kommt nicht von ungefähr. Es sind durchweg Wissenschaftler, die in ihrem Leben bewiesen haben, daß sie unbestechliche Köpfe sind und die Dinge kompromißlos beim Namen nennen. Strohm und dem jungen polnischen Regisseur Marcin El ist für diesen Film, der aufklärt und aufrüttelt, sehr zu danken.

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